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aus dem Leben eines angehenden Lehrers
 

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Die Lizenz zum Lehren

Ein letztes Update: Gestern war der Tag der Prüfung. Und jetzt bin ich ein Lehrer. Ja, ein Lehrer. Also Zeit, ein Résumé zu ziehen. Die letzten Monate waren anstrengend, besonders deshalb, weil man sich immer wieder Prüfungssituationen stellen muss. 19 Unterrichtsbesuche in 13 Monaten, 30 Seiten Examensarbeit, ein unendlich langer Prüfungstag und vor allem unzählige Eindrücke. Aber ich gehe gestärkt aus dem Referendariat hervor, bin ein wenig stolz auf mich selbst und dankbar für die Unterstützung, die mir wiederfahren ist.

2 Kommentare 18.5.11 21:53, kommentieren

ETE

Vor einigen Jahren bekam ich einen Rohrstock zum Geburtstag. An diesem hing ein Zettel, auf dem Stand: Essential Teacher Equipment (ETE) Part 1. Ein Rohrstock für die Schule? Das machte Sinn. Nun, meine pädagogischen Ansichten haben sich etwas geändert. Deshalb hier die inoffizielle Fortsetzung, also das ETE Part 2:

Was jeder Lehrer braucht, ist ein roter Stift ... aber auch ein grüner. Außerdem braucht man ein Heft oder ein Blatt, auf dem man fehlende Hausaufgaben, freche Kinder und so notiert. Einfach nur um es zu notieren. Das reicht oft schon. Außerdem braucht man eine exakt gehende Uhr, weil die Uhren in den Klassenräumen alle unterschiedlich gehen. Ein Klangstab oder ein anderes Instrument ist auch sehr hilfreich um akustische Signale zu geben, bspw. um Arbeitsphasen zu beenden. Ach, und dann sollte sich jeder ein paar Piktogramme ausdenken (Sitzkreis, Einzel- und Partnerarbeit, ...). Ganz wichtig sind auch Stempel zur Belohnung. Für schwierige Klassen sollte man sich noch ein Belohnungssystem einfallen lassen. Ich verwende die Stundenblume, die vier Blüten hat und immer eine verliert, wenn es zu laut wird. Oh, was man noch braucht, sind Ablagekästen oder Körbe für Arbeitsblätter, Bleistifte, Scheren und Klebstoff. Hierfür empfiehlt sich ein einfacher Werkzeugkoffer aus dem Baumarkt. Für unter € 20,00 hat man dann seinen eigenen Mediankoffer. Und Sanduhren sind prima um die Arbeitsphasen visuell zu begrenzen. Soweit Part 2.

2 Kommentare 23.11.10 16:58, kommentieren

Experiment Ich

So, nach längerer Zeit mal ein Nachtrag. Das Referendariat ist phasenweise schon sehr anstrengend. Doch es gibt auch immer wieder ruhigere Phasen. Und wenn man ein gewisses Organisationstalent hat, kann man ganz schlimme Phasen umgehen - zumindest bis jetzt.

Fast zehn Monate sind num rum und ich kann sagen, dass ich viel über mich gelernt habe. Das Referendariat ist eine Zeit, in der man Unmengen an Anregungen erhält. Anregungen, wie man welche Inhalte umsetzen kann ... Anregungen, wie man sich als Lehrer verhält ... Anregungen, wie man mit schwierigen Schülern umgeht ... man probiert sich also aus. Und man überschreitet auch manchmal persönliche Grenzen. Wer hätte gedacht, dass ich mal mit einer vierten Klasse singe oder tanze? Oder dass ich zum Geschichtenerzähler werde? Und vielleicht werde ich auch noch zum Puppenspieler ...

Was meinen persönlichen Fortschritt betrifft, habe ich die Vielzahl der Besuche jetzt hinter mir. Die meisten waren in Ordnung. Ausreißer gab es nach oben und nach unten. Die Rückmeldungen, die ich von den Seminarleitern erhalte, sind aber zuletzt sehr positiv gewesen. Das macht Mut für die nächsten Gespräche zum Ausbildungsstand. Ach, ich führe übrigens gerade die Einheit für meine zweite Examensarbeit durch. Diese muss dann über Weihnachten fertiggestellt werden. Ich habe mich natürlich für ein mathematisches Thema entschieden, frei nach dem Motto: Wer 300 Seiten schreiben kann, schafft auch 30. Soweit von der Grundschulfront ...

1 Kommentar 23.11.10 16:11, kommentieren

Weniger ist mehr

Nach vier Besuchen und drei Monaten Referendariat ein kurzes Zwischenfazit. Ja, Schule ist manchmal stressig. Und ja, tagtäglich seinen Unterricht vorzubereiten bedeutet manchmal viel Arbeit. Aber irgendwie ist es zu schaffen. Man kommt besser rein, führt nach und nach Rituale ein, die einen (hoffentlich) irgendwann entlasten, überlegt sich Belohnungen und Sanktionen und lernt, auch mal laut zu werden.

Meine Besuche sind sehr unterschiedlich gelaufen. In meinem letzten Besuch habe ich die Kinder deutlich überfordert. Das macht sich natürlich nicht so gut. Die Devise lautet: Weniger ist mehr. Und mir fällt es nach vier Jahren Hochschule schwer, das Niveau so weit zu senken. Außerdem sehen es die Seminarleiter gerne, wenn in den Stunden viel Bewegung ist. Offener Unterricht, Gruppenarbeit, Sitzkreis ... das alles muss aber erst geübt werden. Nach den Besuchen heißt es dann immer, dass es ja auch der erste Besuch gewesen wäre. Nur irgendwie wird man das Gefühl nicht los, dass auch diese ersten Besuche für die Bewertung am Ende mitentscheidend sind. Im Juni gibt es dann ein Gespräch zum Ausbildungsstand. Ich bin mal gespannt, wie die Bewertung dann ausfällt. Bis dahin habe ich allerdings noch einige Besuche und im Mai fahre ich noch auf Klassenfahrt. Ich werde berichten ...

1 Kommentar 26.4.10 17:04, kommentieren

Ferien

Ferien! Endlich! Wenn man erstmal im Referendariat ist, weiß man diese ganz anders zu schätzen. Allerdings bleibt auch in den Ferien die Arbeit nicht aus. Die nächsten Besuche stehen an, die nächsten Unterrichtseinheiten wollen geplant werden. Und dann sind da ja noch Hausarbeiten und Klausuren ...

Aber jetzt wird erst mal ausgeschlafen und für ein paar Tage nicht an Schule gedacht. Und euch allen wünsche ich ein frohes Osterfest ...

1 Kommentar 22.3.10 22:32, kommentieren

Lebenszeichen

Man könnte denken, ich schreibe deshalb so wenig, weil ich so wenig Zeit habe. Und irgendwie stimmt das auch. Das Referendariat ist schon zeitaufwändig. Und es braucht so seine Zeit, bis man sich an die Strukturen des Referendariats gewöhnt hat. Da sind die Seminare, die in Lüneburg immer dienstags und mittwochs stattfinden und oft bis 17.30 gehen, da ist die Schule mit ihren Klassen, den Kindern, den Eltern, dem Kollegium, da ist die Stundenvorbereitung, die irgendwo dazwischen passen muss - das alles bedarf erstmal ein wenig Orientierung.

Aber jetzt bin ich wohl einigermaßen angekommen. Ich kenne die Klassen schon ein wenig besser, weiß, auf wen man besonders aufpassen muss und wie man sich wehrt. Täglich macht man Erfahrungen, was funktioniert und was nicht und durch Kollegen und Seminar erweitert sich das Methodenrepertoir. Zwei Unterrichtsbesuche sind auch schon überstanden, einer davon in Mathematik. Und die Reflexionen im Anschluss sind immer sehr hilfreich.

Eine Anmerkung am Ende: Ich habe Referendare, die mir erzählt haben, man sei im Referendariat ständig krank, immer etwas belächelt. Nun kämpfe ich seit Wochen mit einem hartnäckigen Schnupfen. Ich weiß nicht, ob man sich in der Schule schneller ansteckt oder ob man einfach nicht die Zeit hat, solche Dinge auszukurieren. Ich freue mich jedenfalls auf die Ferien.

11.3.10 11:24, kommentieren

Erschöpft

Die ersten Wochen sind überstanden, die ersten Stunden unterrichtet und schon einige Namen gelernt. Und ich muss sagen, dass die ersten Wochen anstrengend waren. Dies liegt aber weniger an der Unterrichtsverpflichtung, als vielmehr an den Seminaren und den außerschulischen Verpflichtungen. So hatte ich in der letzten Woche zwei mehrstündige Fortbildungen und zwei Seminare. Am Montag war ich in Altenmedingen, am Dienstag in Bleckede und am Mittwoch in Ebstorf. Ohne Auto ist man im Referendariat definitiv aufgeschmissen.

1 Kommentar 22.2.10 22:29, kommentieren